Düngerkunde

Wie ernährt sich eine Pflanze

Jede Pflanze braucht Nährstoffe, die für ihr Wachstum, ihre Blüte und Fruchtbildung erforderlich sind. Am wichtigsten sind dabei die drei Hauptnährstoffe Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K). Sie sind je nach Bodenqualität und Düngeintensität nicht in ausreichendem Maße im Boden vorhanden, um ein üppiges Pflanzenwachstum zu gewährleisten. Die Pflanzen benötigen allerdings frei verfügbare Nährstoffe, die durch das Wurzelsystem und mit Hilfe des Bodenwassers aufgenommen werden können. 

Mineralische Dünger

sind zum größten Teil wasserlöslich und schnellwirkend, sie werden von den Pflanzenwurzeln direkt aufgenommen. Um Grundwasserprobleme zu vermeiden, soll der Mineraldünger in mehreren Teilmengen ausgebracht werden. Selbstverständlich erübrigt sich das Ausbringen von Nitratstickstoff im Spätherbst und Winter.

Organische Dünger

sind in ihrer Handhabung problemlos. Die stickstoff- und phosphorhaltigen Grundstoffe müssen zunächst im Boden verrotten. Hierbei entsteht ein chemischer Prozess, wobei die Nährstoffe mineralisiert und in Ionenform von der Pflanze aufgenommen werden. Bodentemperatur und Feuchtigkeit bestimmen u. a. die Löslichkeit der Nährstoffe. Da man diese Art von Dünger auch als Depot- oder Bodendünger bezeichnet, spielt der Zeitpunkt des Ausbringens sowie die Menge eine untergeordnete Rolle.

Organisch-mineralische Dünger

Dabei handelt es sich um eine Kombination aus organischen und mineralischen Düngerbestandteilen. Der organische Anteil versorgt den Boden mit Humus und ist langfristig wirksam. Der mineralische Düngeranteil sorgt für eine direkte und schnelle Nährstoffversorgung der Pflanzen.

Kalk

entsäuert den Boden, trägt zur Bildung von Bodenkrümeln bei, lässt alle Nährstoffe leichter verfügbar werden und ist unerlässlich zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit. Der im Handel hauptsächlich verfügbare kohlensaure Magnesiumkalk braucht eine längere, gebrannter Kalk eine kürzere Zeit der Umsetzung.

Stickstoff N

gilt allgemein als Motor für das Pflanzenwachstum. Der im Mineraldünger vorhandene Ammoniumstickstoff wird aus der uns umgebenen Luft gewonnen. Luftstickstoff wird unter Hinzunahme von Wasserstoff unter hohem Druck und hoher Temperatur in Katalysatoren zu Ammoniak vereint. Der im Boden vorhandene natürliche Stickstoff stammt aus Überresten vorhandener Pflanzen und Kleintieren.

Phosphor P

benötigt jede Pflanze für den Blüten- und Fruchtansatz. Mineralische Phosphate fallen bei der Verhüttung von Eisenerz durch Vermahlung der Schlacke an (Thomasphosphat). Weitere Rohphosphate werden beispielsweise in Nordafrika aus Knochenversteinerungen urzeitlicher Großtiere gewonnen.

Kalium K

festigt das Fruchtgewebe, Stiele und Holz und reguliert den Wasserhaushalt der Pflanzen. Kalium sorgt außerdem für eine bessere Verträglichkeit der Pflanzen gegenüber Frost und plötzlichen Kälteeinbrüchen.

Kompost

Garten- und Küchenabfälle, Grasschnitt, Kaffeesatz, Zwiebelschalen, zerkleinerte Pappe und Zeitungen sind die Grundmaterialien eines guten Komposthaufens. Bei stark anfallendem Grasschnitt sollte stets eine Schicht guter Gartenerde zwischengestreut werden. (Das Gras sollte nach Möglichkeit angetrocknet sein). Die Verrottung kann man begünstigen bzw. verbessern durch die Zugabe von Kalk, Kalkstickstoff oder Gärtner's Schnellkomposter.
Je nach Feuchtigkeit, Wärme und zweimaligem Umsetzen dürfte das Material verrottet sein. Abgesiebt ergibt das einen hochwertigen Dünger, der oben aufgestreut oder mit 2 Teilen Erde vermischt als Pflanzerde verwendet werden kann.